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Eine Kommode aus
dem Biedermeier.
Diese Kommode macht der Kernaussage einer Ausstellung, die derzeit in
der Albertina in Wien zu sehen ist alle Ehre.
Das Biedermeier war alles
andere als bieder und bürgerlich, sondern eine elitäre
Erfindung des Hochadels. Gefeiert wurde die Oberfläche, das
Material und die Handwerkskunst, weniger ein Verzicht auf Luxus als
eine Inversion und Verdichtung. Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung 4.Februar 2007, Nr.5
Der
Rückzug ins Private, das „bürgerliche Wohnen“,
ist in den Palästen erfunden worden , in der zweiten Reihe hinter
den Prunkräumen und auch hier geht es noch um die Show, die
Verblüffung und die Betörung, um Hölzer, deren Maserung
im richtigen Licht wie Kaminfeuer lodert. Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung 4.Februar 2007, Nr.5
Erst als das
Bürgertum nachzog, stieß ihn der Adel wieder ab,
flüchtete in die Exklusivität des Neorokoko und das
Biedermeier erlangte seine heutige, etwas verrufene Stellung in der
Kunstgeschichte.
Zu Unrecht. Die Auswahl
der Edelhölzer, hier Esche, das Wertlegen auf Furniere und ihre
Bilder und das Zusammenspiel von meist einfacher Form aber
höchstem handwerklichen Können lässt immer wieder
erstaunen.
Ungewöhnlich an
dieser Kommode sind die pilasterähnlichen Säulen mit ihren
Kapitellen, die drei Schubladen einrahmen.
Diese bezaubernde
Antiquität ist restauriert. Es galt einige wenige kleine Furnierschäden zu
korrigieren. Eine etwas schwierigere Stelle befand sich auf der Platte rechts (man sieht es ein wenig auf
dem unteren Bild). Die Oberfläche haben wir zuerst mit Spiritus
gereinigt; danach haben wir vorsichtig geschliffen. Dabei galt es die
Patina nicht zu beschädigen. Dann wurde schellackpoliert. Einige dutzend
Poliergänge waren notwendig. Außerdem haben wir den beschädigten Perlmuttbeschlag erneuert.
Jedes Schloss wurde mit einem Schlüssel versehen.
Der vorher fast matte Eindruck
ist einem tiefen Glanz gewichen, der das
lebendige Holz der Esche wieder erstrahlen lässt.
92 cm (B,
Platte) x 83 cm (H) x 51 cm (T)
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