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Eine Vitrine aus dem Biedermeier.
Im zweiten Biedermeier ist diese Vitrine
entstanden. Sie ist somit etwa um 1860 gebaut worden. Zu erkennen ist
dieser Umstand unter anderem an den divergierenden
Handwerkstechniken der beiden Zeitabschnitte.
Der alte Schellackauftrag war leider nicht zu
erhalten. Die Schäden an der Politur waren zu groß - am meisten störte
aber die extrem vergilbte Farbe. Wir haben den alten Auftrag
also entfernt. Dies geschieht mechanisch mittels Zieheisen. Dabei
schabt man die Politur vom Holz, ohne das Holz anzugreifen. Es gab
einige wenige kleine Furnierschäden, die es zu korrigieren galt. Im
dritten Schritt haben wir alle Flächen mit Alkohol gereinigt, um
anschließend die Schellackpolitur zu beginnen. Ein geflügelter Satz
in der Restaurierung lautet: gut geschliffen
ist halb poliert. Man arbeitet zuletzt mit Schleifpapier der
Körnung 800 bis 1000. Entscheidend ist zudem, die Patina der
Vitrine beim Schliff nicht zu entfernen. Die Patina nämlich ist
es, die einen entscheiden Anteil am Charme einer Antiquität hat.
Wenn die Vitrine soweit vorbereitet ist,
kann mit der Schellackpolitur begonnen werden.
Wie das funktioniert werde ich mal bei
einem anderen Möbel beschreiben. Nur so viel: es braucht viel Zeit
und ganz viel Geduld und Erfahrung. Wenn alles richtig gemacht wird,
dann sieht die Vitrine so aus wie jetzt.
113 cm (B, Gesims)
x 180 cm (H, an der Krone) x 33 cm (Korpus)
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